Der Cyber Resilience Act (CRA) ist eine bahnbrechende EU-Regulierung, die darauf abzielt, die Cybersicherheit und Widerstandsfähigkeit in der Europäischen Union zu verbessern. Diese Regelung legt erstmals einheitliche Cybersicherheitsstandards für alle Produkte mit digitalen Elementen fest, die auf dem EU-Markt erhältlich sind [Quelle: 1] [Quelle: 2]. Der CRA ist das Ergebnis eines umfassenden Prozesses, der im September 2022 mit einem Vorschlag der Europäischen Kommission begann und nach mehreren Änderungen im Oktober 2024 vom Rat verabschiedet wurde [Quelle: 2].
Das Hauptziel des CRA ist es, die Cybersicherheit innerhalb der EU zu erhöhen, indem es sicherstellt, dass alle Produkte mit digitalen Elementen, die in der EU verkauft werden, bestimmte Mindestanforderungen an Cybersicherheit erfüllen müssen. Dies umfasst nicht nur hochentwickelte industrielle Systeme, sondern auch alltägliche Verbraucherprodukte wie Smartphones, Smartwatches und vernetzte Haushaltsgeräte [Quelle: 1] [Quelle: 3]. Der CRA soll sowohl Verbraucher als auch Unternehmen schützen, indem er sicherstellt, dass die Produkte, die sie kaufen und nutzen, den erforderlichen Cybersicherheitsstandards entsprechen [Quelle: 5].
Der CRA gilt für alle Produkte, die direkt oder indirekt mit einem Gerät oder einer Netzwerk verbunden werden können. Dazu gehören sowohl Hardware- als auch Softwareprodukte, wie beispielsweise Antivirensoftware, VPNs, Smart Home-Geräte und vernetzte Spielzeuge [Quelle: 3]. Eine Ausnahme bilden nicht-kommerzielle Open-Source-Softwareprodukte, die von den Anforderungen des CRA befreit sind [Quelle: 1].
Die Implementierung des CRA erfolgt schrittweise. Die Verordnung trat am 12. November 2024 in Kraft, und die wichtigsten Verpflichtungen werden ab dem 11. Dezember 2027 gelten [Quelle: 2] [Quelle: 5]. Produkte, die neu auf den Markt gebracht werden, müssen alle Anforderungen des CRA erfüllen, um den CE-Markierung zu erhalten, die die Einhaltung der EU-Vorschriften bestätigt [Quelle: 5].
Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen müssen verschiedene Verpflichtungen erfüllen:
Die Nichteinhaltung der CRA-Anforderungen kann erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Unternehmen, die die Vorschriften nicht erfüllen, können mit Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 % ihres globalen Umsatzes belegt werden [Quelle: 3].
Die Pharmaindustrie steht vor besonderen Herausforderungen im Hinblick auf den CRA. Medizinische Geräte und Software sind oft kritische Produkte, die eng mit der Gesundheit von Patienten verbunden sind. Daher ist es entscheidend, dass diese Produkte den strengen Cybersicherheitsstandards entsprechen, um das Risiko von Cyberangriffen zu minimieren [Quelle: 4]. Die Pharmaindustrie muss sich auf die Implementierung eines umfassenden Cybersecurity-Managementsystems konzentrieren, Risiken im gesamten Ökosystem bewerten und sichere Softwareentwicklungspraktiken etablieren [Quelle: 4].
Um den Anforderungen des CRA gerecht zu werden, sollten Unternehmen der Pharmaindustrie folgende strategische Schritte in Betracht ziehen:
Der Cyber Resilience Act ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Cybersicherheit in der EU. Für die Pharmaindustrie bedeutet dies, dass sie ihre Strategien anpassen muss, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Durch die Implementierung eines umfassenden Cybersecurity-Managementsystems und die enge Zusammenarbeit mit anderen Branchen kann die Pharmaindustrie nicht nur die Anforderungen des CRA erfüllen, sondern auch ihre Produkte sicherer und widerstandsfähiger machen. Der CRA bietet Unternehmen die Chance, ihre Cybersicherheit zu stärken und gleichzeitig Vertrauen bei Verbrauchern und Aufsichtsbehörden zu schaffen [Quelle: 5].
Der Cyber Resilience Act wird in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Cybersicherheitslandschaft in der EU spielen. Durch seine umfassenden Anforderungen an die Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen wird er dazu beitragen, dass Verbraucher und Unternehmen sicherer sind. Die Herausforderungen, die der CRA mit sich bringt, bieten auch Chancen für Innovation und Wachstum, insbesondere in Branchen wie der Pharmaindustrie, die von der zunehmenden Digitalisierung besonders betroffen sind [Quelle: 4] [Quelle: 5].